Frankfurt am Main

Aus Mittelalter-Lexikon
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Frankfurt am Main. Ostfränkische Siedler gründeten im 7. Jh. an einer Furt am Unterlauf des Mains, nahe einem ehemaligen röm. Kastell, eine Siedlung, die 794 als karolingische Pfalz Franconovurd (Francorum vadus) erwähnt ist. Hier hat Karl d. Gr. 794 eine fränkische Kirchensynode abgehalten (u.a, zum Thema "Bilderverbot"). Zum höchsten Pfalzort (Palatium insigne et splendidum; „Des Reiches Saal“) wurde Frankfurt 822 durch Ludwig d. Frommen ausgebaut. Schon 823 hielt er hier eine große Reichsversammlung der austrasischen Franken, Sachsen und Wenden ab. Im 10. Jh. wurde die karolingische Pfalz unter den Ottonen neu ummauert (994 „castellum“) und im 12. Jh. errichteten die Salier eine neue Pfalz (den „Saalhof“ am Ufer des Mains).
Durch die günstige Lage am Fluss und am Schnittpunkt nord-südlicher und ost-westlicher Handels- und Pilgerwege wurde der Ort bald zu einem bedeutenden Handels- und Stapelplatz. Eine steinerne Mainbrücke wurde zwischen 1180 und 1260 erbaut. Im 13./14. Jh. wuchs die Bedeutung des Marktes durch den Reichtum seiner Kaufleute und durch häufig stattfindende Fürstentage. 1240 wurde die erste Frankfurter Herbstmesse abgehalten, 1311 erhielt Frankfurt das Stadtprivileg und ab 1330 fand die Frühjahrsmesse (Fastenmesse) statt (privilegiert durch Kaiser Ludwig d. Bayer). Mit der Vorstellung der Gutenberg-Bibel auf der Herbstmesse von 1454 begann die Tradition der Frankfurter Buchmesse.
In der Kirche des Bartholomäusstiftes, das sich aus der Pfalzkapelle entwickelt hatte, fanden seit dem 12. Jh. mehrere Königswahlen statt. In seiner Goldbulle von 1356 machte Kaiser Karl IV. diese Tradition zum Gesetz. 1375 bekam die Stadt den Rang einer freien Reichsstadt.
An ma. Bausubstanz haben sich u.a. erhalten bzw. wurden wiederhergestellt: der Dom St. Bartolomäus (13./14. Jh), die Liebfrauenkirche (14./16. Jh.), die Leonhardskirche (St. Maria und St. Georg geweiht; nach der Überführung von Leonhards-Reliquien in das angeschlossene Stift um 1320 verdrängte der hl. Leonhard die beiden ursprünglichen Kirchenpatrone; fünfschiffige Hallenkirche, 13. Jh., in der Spätgotik erweitert, ausgestattet mit vielen Reliquien, von daher Ziel großer Pilgerscharen) und die Nikolaikirche (13./16. Jh.); das Dominikanerkloster (13. Jh.), das Karmeliterkloster (13. – 15. Jh.), das im 15. Jh. durch Ausbau älterer Gebäude entstandene Rathaus, der "Römer", in dessen im Obergeschoss gelegenen Kaisersaal die Krönungsbankette stattfanden, sowie Reste der Stadtbefestigung (Eschenheimer Turm, Kuhhirtenturm, Galluswarte, Rententurm [Zollstätte am Main]).
(s. Messen (Ökon.))