Freising

Aus Mittelalter-Lexikon
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Freising. Eine der ältesten Städte Bayerns, etwa 33 km nordöstlich Münchens an der Isar gelegen. Im frühen 8. Jh. befand sich hier eine Herzogsresidenz der Agilolfinger, an der sich um 720 der hl. Korbinian niederließ. 730 gründete der hl. Bonifatius hier ein Bistum. Domberg und Marienkirche wurden für ein Jahrtausend geistl. und weltl. Mittelpunkt Altbayerns. Unter Bischof Arbeo wurden Domschule und Bibliothek gegründet. Der Ungarneinfall von 909 hinterließ die Bischofsstadt verwüstet. Nach dem Wiederaufbau verlieh Kaiser Otto III. 996 das Stadtrecht. Seine Glanzzeit erlebte der Freisinger Domberg ("mons doctus") unter Bischof Otto I. (1138 - 58), einem der bedeutendsten Geschichtsschreiber des MA. Nach dem verheerenden Brand von 1159 wurde der Dom mit kaiserlicher Hilfe wiederaufgebaut. Die Stadt verlor jedoch an wirtschaftlicher Bedeutung, nachdem der Isarübergang 1158 von der Föhringer Brücke nach München verlegt worden war.
Ma. Baudenkmäler: der roman. Dom St. Maria und St. Korbinian auf dem Domberg (1159 neuerbaut; Krypta mit Korbiniansgrab; im 18. Jh. barockisiert); die Johanniskirche (got., 1319/21); die Benediktuskirche (got., um 1350); die Stadtpfarrkirche St. Georg (spätgot., um 1440); Reste der 1021 gegründeten Benediktinerabtei Weihenstephan.
(s. Arbeo von Freising, Korbinian)