Korbinian

Aus Mittelalter-Lexikon
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Korbinian (Corbinian von Freising; zu lat. corvus = der Krächzer, der Rabe; um 680 – um 729, hl.). Aus einer vornehmen Familie aus Melun (bei Paris) gebürtig, entschloss er sich im Alter von 22 Jahren auf allen Besitz zu verzichten und ein Leben als Einsiedler zu führen. Er richtete sich eine Klause neben einer Kapelle seines Heimatortes ein, und wurde schon bald von vielen Ratsuchenden aufgesucht. Auf einer Pilgerreise nach Rom (714) wurde er von Papst Constantin I. zum Priester und Bischof geweiht und mit der Missionierung im südöstlichen Frankenreich (Bayern, Alemannien und Norditalien) beauftragt. Auf den Wunsch des Bayernherzogs Grimoald hin wurde er um 730 als erster Bischof des von Bonifatius neu eingerichteten Bistums in Freising bestellt. Nachdem er Kritik an der Eheschließung Grimoalds mit dessen Schwägerin geübt hatte, konnte er sich dessen Rache nur durch Flucht entziehen und zog sich in das Kloster Kuens (heute Südtierol) zurück. Nach Grimoalds Tod wurde er von dessen Nachfolger Herzog Hugbert zurückgerufen, und konnte sein Freisinger Amt bis zum Tod weiterführen. Seiner Verfügung gemäß wurde sein Leichnam in Kuens beigesetzt, auf Bitten seiner Diözesankinder jedoch nach Freising zurückgebracht und in der Krypta des Doms beigesetzt. Mit dieser "Erhebung der Gebeine" war Korbinian in den Stand eines Heiligen versetzt worden.
In bildlichen Darstellung ist ihm ein mit Bündeln bepackter Braunbär beigesellt: der Legende nach hatte dieser bei einer Alpenüberquerung das Reittier des Korbinian gerissen, worauf er zur Strafe dessen Gepäck bis nach Rom tragen musste. - Aus einer von Korbinian auf einer Anhöhe nahe Freising gegründeten Stephanskapelle sollte 1021 die Benediktinerabtei Weihenstephan als bischöflich Eigenkloster hervorgehen.
(s. Freising)