Gesundheit
Gesundheit (v. ahd. gisunt; mhd. gesuntheit, heil; lat. sanitas, valetudo, integritas). Das „normale“ Wohlbefinden, ohne jede Empfindung körperlicher oder geistig-seelischer Störungen. Es entspricht gemäß der ma. ®Säftelehre derjenigen Körperverfassung, bei welcher die vier Körpersäfte und die ihnen zugeordneten Temperamente und Qualitäten sich in einem harmonischen Gleichgewicht befinden (Eukrasie). Alle ärztl. Kunst (ars medicinalis, techne therapeutike) ist auf deren Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung gerichtet. Nach Hildegard v. Bingen beinhaltet Gesundheit (sanitas) naturgemäß Stärke, Energie, Frische (vis, fortitudo, viriditas). Nach Arnaldus von Villanova hat der Arzt die Aufgabe, die Gesundheit zu erhalten (conservatio sanitatis), indem er die Lebensführung optimiert (perfectio virae). Thomas von Aquin stellt zwei Forderungen an die ärztl. Kunst: „das Krankhafte hin zu Gesundheit zurückzulenken“ und den Menschen „auf die vollkommene Gesundheit hin auszurichten“, wobei zur „vollkommenen Gesundheit“ die Tugend und das geistliche Heil gehören.
(s. Krankheit)