Gregor X. (Papst)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Gregor X. (1210 – 1276). Tedaldo Visconti, Adliger aus Piacenza, Archidiakon von Lüttich, wurde am 12. Sept. 1272, obwohl er weder Priester noch Kardinal war und sich zu der Zeit im Heiligen Land befand, von den durch ein fast dreijähriges Konklave zermürbten Kardinälen in Viterbo zum Papst gewählt. Nachdem er in Rom eingetroffen war, wurde er binnen 14 Tagen zum Priester geweiht und zum Papst gekrönt. Auf einer Synode in Lyon (1274) rief er zu einem neuen Kreuzzug auf, der jedoch nicht zustande kam, und erließ die Konstitution „Ubi periculum maius“ zur Beschleunigung des Papstwahlverfahrens (s. Konklave). Um das Interregnum in Deutschland zu beenden, rief er im Juli 1273 die deutschen Kurfürsten zur Wahl eines Königs auf; daraufhin erfolgte die Wahl Graf Rudolfs von Habsburg. Gregor erkannte die Wahl an („Te regem Romanorum nominamus“), er starb jedoch auf dem Weg zur Kaiserkrönung.