Hahn

Aus Mittelalter-Lexikon
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Hahn, Wasser-, Zapfhahn (mhd. han, hane; lat. os). Bezeichnung für eine Vorrichtung zu Entnahme von Flüssigkeit aus Behältern oder Rohrleitungen. Der Name rührt daher, dass der Drehgriff des Ventils schon in der röm. Antike häufig in Gestalt eines Tieres - häufig eines Hahnes - geformt war. Der Zapfhahn fand sich im MA. an Getränkefässern, am Wasserbehälter von Waschschränken , an Gießgefäßen (s. Aquamanile) und an den Entnahmestellen von Wasserleitungen. Er war zunächst aus Holz, vom 14. Jh. an auch aus Messing-. Rot- oder Bronzeguss gefertigt, und bestand aus einem Rohrstück, welches an einem Ende konisch zulief und senkrecht zur Längsachse zur Aufnahme des Absperrventils durchbohrt war. Das zylinderförmige Absperrventil hatte seinerseits auf der Höhe des Rohrquerschnitts eine Bohrung, die durch Drehung in die Richtung der Rohrachse gestellt werden konnte und so den Durchfluss freigab, bzw. diesen bei einer weiteren 1/4-Drehung sperrte. Das vordere Ende des Zapfhahns war nach unten gekrümmt, um den Flüssigkeitsstrahl besser auffangen zu können.
Das hintere Ende des Zapfhahns lief konisch zu, um einen sicheren Sitz im Spundloch zu gewährleisten.
(s. Fass, Hygiene)