Hardrad

Aus Mittelalter-Lexikon
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Hardrad (Hardrat: 8. Jh., gest. um 786) Aus ostfränkischem Hochadel stammender Graf in der Francia Orientalis (Austrasien), beheimatetin der Gegend des heutigen Thüringen (Thuringia). Wegen einer Gehorsamsverweigerung gegenüber König Karl I. geriet er mit diesem in Streit, woraus 786 ein allgemeiner Aufstand der Thüringer Adligen entstand. (Anlass war, dass Karl Hardrads Tochter mit einem seiner eigenen Gefolgsleute verheiraten wollte, was dem Thüringer Stammesrecht widersprochen hätte.) Die Rebellion wurde von einem Heer Karls blutig niedergeschlagen, Karl ließ die Anführer, darunter auch Hardrad, blenden und konfiszierte ihre Güter. Die Übrigen verpflichtete er durch einen Treueid auf sich und seine Nachkommen. (Dieser erste beurkundete Treueid sollte fortan allen Großen des Reiches abverlangt werden.) Ihre Volksrechte wurden auf dem Reichstag zu Aachen 802/803 als „Lex Angliorum et Werniorum hoc est Thuringorum“ (Recht der Angeln und Warnen, das sind die Thüringer) bestätigt.
(s. Thüringen, Treueid, Volksrechte)