Heveller

Aus Mittelalter-Lexikon
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Heveller (Bewohner des Havellandes). Südlichster Teilstamm der westslaw. ®Lutizen unter der erblichen Herrschaft eines Stammesfürsten. Seit dem frühen 10. Jh. war der befestigte Ort Brendanburg (s. Brandenburg) auf einer Havelinsel deren politisches Zentrum. Otto I. brachte Brandenburg 939 in seinen Besitz, indem er den gefangengenommenen Hevellerfürsten Tugumir durch Geld und Versprechungen korrumpiert hatte. Otto gründete 948 das Bistum Brandenburg und teilte die Insel zwischen der geistl. und weltl. deutschen Feudalität auf. Im Slawenaufstand von 983 gewannen die Heveller ihre Unabhängigkeit zurück, um sie erst 1157 endgültig an Albrecht I. den Bären zu verlieren, der das Hevellerland der Ostkolonisation öffnete. (Heinrich war vom letzten Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich 1150 als Erbe eingesetzt worden, musste sich sein "Erbe" jedoch gegen den Widerstand der heidnischen Priesterschaft und des Adels erkämpfen.)