Hundeschläger

Aus Mittelalter-Lexikon
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Hundeschläger (mhd. huntslaher, huntsleger; „Jäger vor dem Wald“; mlat. canicida). Herrenlos in den Städten umherstreunende Hunde ("canes non signatos" = nicht markierte Hunde) wurden im Auftrag des Magistrats von Abdeckersknechten oder von städtisch angestellten Hundeschlägern eingefangen und totgeschlagen bzw. geschlachtet. Für das Schlagen streunender Hunde wurden Termine festgesetzt, an denen ordentliche Hundebesitzer ihre Tiere sicher verwahren konnten. Die Hundeschäger entstammten dem untersten Schichten des Stadtproletariats, galten als ®unehrliche Leute und bezogen ihren Sold wenigstens teilweise aus dem Verkauf der Hundefelle und des Hundefetts – weswegen man annehmen kann, dass ihnen auch mancher registrierte und markierte Hund in die Schlinge gegangen und geschlachtet worden ist. In Wien wurden 1475 insgesamt 510 verwilderte Hunde getötet. (Hundefett wurde in Arzneimitteln – besonders solchen gegen Brustleiden – verarbeitet, Hundeleder war wegen seiner Eigenschaften ein begehrtes Material für Sommerschuhe, Stiefel, Handschuhe und Beutel, Hundehaare wurden der Wolle beigemengt und zur Lodenherstellung verwendet. Hundepelze waren allenfalls als Winterkleidung der Armen gefragt. Aus Hundeknochen und –sehnen wurde Leim gekocht. Organe, Fett, Blut und Fleisch, auch Urin und Kot von Hunden waren Bestandteile vieler ma. Heilmittel.)
(s. Hunde, Hundefleisch)