Jüterbog

Aus Mittelalter-Lexikon
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Jüterbog (Brandenburg; im Niederen Fläming, an der Nuthe, ca. 35 km nordöstl.von Wittenberg gelegen, 1007 erstmals als Jutriboc - wohl nach einer slaw. Gottheit - erwähnt). Thietmar von Merseburg erwähnt den Ort als umwallte Slawensiedlung. Diese wurde 1157 von dem Magdeburger Erzbischof ®Wichmann erobert und in ein deutsches burgwardium umgewandelt. Dieses florierte aufgrund seiner Lage und infolge kräftiger Förderung durch die Magdeburger Erzbischöfe als Handelszentrum und bekam 1174 das Stadtrecht verliehen. Um 1200 wurde die Stadt mit Mauer und drei mächtigen Türmen befestigt. Der Stadtbezirk (provincia Iutterbogk) umfasste Kloster ®Zinna sowie die Orte Luckenwalde und Trebbin im Nuthetal.
Von den ma. Bauten sind erhalten:
Liebfauenkirche (12. Jh., dreischiffige Backsteinbasilika, urspr. mit Dachreiter, der heutige Turm stammt von 1891);
Rathaus (1380, Umbauten 1450-1506; Backsteinbau mit Satteldach, Ziergiebeln und Gerichtslaube, Mauritiusplastik am nordwestl. Eck);
Nikolaikirche (12./13. Jh., Backsteinbau, dreischiffige got. Halle mit Umgangschor und ungleichem westl. Turmpaar);
Franziskaner-Klosterkirche (Mönchenkirche, 15./16. Jh., dreischiffige got. Backsteinhalle mit Dachreiter);
Stadtmauer und drei Tortürme mit Zwinger (Zinnaer Tor, Dammtor, Neumarkttor; um 1300)