Wichmann

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wichmann, Graf von Seeburg (Wicman, Wigmannus; um 1116 - 1192). Der Sohn Graf Geros aus dem Billunger Geschlecht derer von Seeburg studierte an den Domschulen von Halberstadt und Paris, wurde Domherr und Propst von St. Paul in Magdeburg, 1146 Dompropst zu Halberstadt, 1149 Bischof von Naumburg-Zeitz. 1152 gelangte er auf Betreiben von Kaiser Friedrich I. Barbarossa und gegen den Willen von Papst Eugen III. auf den Sitz des Erzbischofs von Magdeburg, auf welchem er 1154 durch Papst Anastasius IV. bestätigt wurde. Wichmann war enger Berater Kaiser Friedrichs I. und diente als dessen diplomatischer Gesandter. So wirkte er mit beim Friedensschluss zwischen Papst Alexander III. und dem Kaiser (Venedig, 1177). Er mehrte den Magdeburger Territorialbesitz, gründete die Klöster Zinna (bei Jüterbog; 1171) und St. Moritz in Halle/Saale (1180) und brachte von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land Reliquien der Hll. Victor und Pontianus mit, die er dem Kloster Gottesgnade in Calbe/Saale schenkte. Er förderte die Missionierung und Kolonisierung des Ostens. Durch die letzgenannten Aktivitäten geriet er zeitweilig in Konflikt mit Heinrich d. Löwen. In dem Gebiet um Jüterbog, das er 1157 den Wenden entrissen hatte, machte er flämische Siedler ansässig – eine Tat, die ihm den Namen „Fläming“ einbrachte. 1188 gewährte er als Stadtherr den Bürgern Magdeburgs Freibriefe, auf welche das ® Magdeburger Recht, eine der einflussreichsten Stadtrechte des dt. MA. zurückgeht.
(s. Zinna)