Jacobus der Ältere

Aus Mittelalter-Lexikon
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Jacobus der Ältere (hebr. Jacobus = Gott möge schützen; Heiliger; auch „der Große“; lat. Jacobus Maior, J. Zebedei; span. Santiago; gest. um Ostern 43 {44?} u.Z.). Jacobus war Sohn des Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome aus einem Ort am See Genezareth in Galiläa, und der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Er hatte in Jerusalem das Wort des Herrn verkündet und später auf der iberischen Halbinsel missioniert. Nachdem seinem Verkündungswerk kein Erfolg beschieden war, kehrt er nach nach Jerusalem zurück. Dort ist er im Jahre 43 auf Befehl von Herodes Agrippa I. von Judäa, dem zweiten Nachfolger von Pontius Pilatus, enthauptet worden. Er war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln. Schüler des Apostels, denen er noch zu Lebzeiten aufgetragen hatte, seinen Leichnam nach Iberien zu bringen und dort zu begraben, haben einer Legende zufolge diesen Wunsch erfüllt, wobei sie auf wundersame Weise mit einem unbemannten Schiff zu dem galicischen Hafen Iria Flavia am westlichen Ende der Welt und von dort nach dem Ort gelangten, der später unter dem Namen Santiago de Compostela bekannt werden sollte. Einer Legende zufolge ist der Heilige vom Himmel herabgestiegen, um im Verlauf der Reconquista als berittener Kämpfer dem asturischen König Alfons III. zum Sieg zu verhelfen (844).
In der Ikonographie wurde er in Pilgertracht, mit Pilgerstab, Trinkflasche und der Muschel am Hut dargestellt, oder in Ritterrüstung zu Pferd als Maurentöter (span. Matamoros). Nationalheiliger der Spanier, Schutzheiliger der Krieger, Seeleute, Apotheker, Wallfahrer und Pilger, Kornpatron der Bauern. An seinen Gedenktag am 25. Juli (Jakobi) knüpfen sich viele Bauernregeln.
(s. Hühnerlegende, Liber Sancti Jacobi, Pilgerstraßen nach Santiago de Compostela, Santiago de Compostela)