Kamaldulenser

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kamaldulenser (Ordo Sancti Benedicti Eremitarum Camaldulensium, OSBCam; seltener „Romualdiner“). In den waldreichen Hügeln der Toskana gründete 1012 Romuald Honesti, Herzog von Ravenna (um 952 - 1027) auf dem Campo Maldoni (Camaldoni) eine Eremitenkolonie, deren Gemeinschaft nach der ®Benediktregel verfasst war. Die Einsiedelei wuchs später mit dem kurz darauf in der Nachbarschaft gegründeten Kloster Fontebuono zu dem Stammkloster Camaldoli zusammen. Dieses wurde zur Keimzelle des Ordens der Kamaldulenser, einer Gemeinschaft von in Gebet, Studium und Meditation lebenden Einsiedlern. Kamaldulensische Klosteranlagen bestanden i.A. aus kleinen Einzelhäusern (mit je eigenem Garten), der Klosterkirche und den Gemeinschaftsbauten (Kapitelsaal, Bibliothek, Hospiz) sowie einer alles umfassenden Mauer. Ordenshabit ist ein weißes Gewand. Der Orden breitete sich in Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland aus und wirkte bei der Christianisierung Ungarns und Polens mit. Das von den Kamaldulensern im frühen 11. Jh. eingeführte Institut der ®Laienbrüder wurde von den Benediktinern (Zisterziensern) übernommen. Berühmt wurde der ital. Kamaldulenser ® Fra Mauro (Frater Maurus; gest. 1460) durch seine weitbekannte kreisförmige Weltkarte (Venedig, Biblioteka Marciana).
Ein weiblicher Zweig, die Kamaldulenserinnen (eigtl. Kamaldulenser-Koinobitinnen), wurde 1085 im Bistum Florenz gegründet.