Konrad von Eberbach

Aus Mittelalter-Lexikon
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Konrad von Eberbach (Conradus Eberbacensis; um 1150 – 1221). Von seinem Lebensweg gibt es nur wenige gesicherte Daten, so dass er von etwa 1168 bis 1193 dem Zisterzienserorden in Clairvaux angehörte, dort noch ein Schüler des Abtes Bernhard war, seit ca. 1200 im Kloster Eberbach im Rheingau lebte, dort 1221 zum Abt gewählt wurde und noch im gleichen Jahr starb.
Sein Name wurde bekannt wegen seines sechsbändigen „Exordium magnum Cisterciense sive narratio de initio Cisterciensis ordinis“ oder „Liber de illustribus viris (Geschichte der Gründungs- und Frühzeit des Zisterzienserordens und über dessen hervorragenden Vertreter bis zum ausgehenden 12. Jh.). In den ersten vier Büchern, die Konrad noch in Clairvaux verfasst hat, handelt er von erlauchten Personen und ihren Taten; die letzten beiden Bücher sind in Eberbach entstanden und sind nach Tugenden und Laster geordnet. Das „Exordium“ zählt zu den wirkmächtigsten Werken monastischer Exempla-, Wunder- und Visionsliteratur des MA., basierte auf Selbsterlebtem und auf Berichten älterer Mitbrüder und auf Legenden, und war gedacht zur belehrenden und erbaulichen Lesung vor klösterlichen Gemeinschaften.
(s. Eberbach (Kloster), exemplum, Zisterzienser)