Kulmer Land

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kulmer Land (Culmer Land). Landschaft am rechten Weichselufer, zwischen Thorn (Torun) und Graudenz (Grudziadz). Das fruchtbare Gebiet war polnisch besiedelt und pruzzisch beherrscht, als es 1230 unter die Hoheit des Deutschritterordens kam, der die Christianisierung vorantrieb und systematisch Dörfer und Städte anlegte. 1233 wurde für die Städte Kulm und Thorn das Kulmer Stadt- und Landrecht (s. Kulmer Handfeste) eingerichtet, das im weiteren Verlauf in den meisten Ordensstädten und in vielen Städten Polens maßgeblich wurde. 1243 wurde das zur Kirchenprovinz Riga gehörige Bistum Kulm gegründet, dessen Bischöfe bis 1466 ausschließlich Deutsche waren. Die gegen Ende des 13. Jh. einsetzende und im 14. Jh. verebbende dt. Besiedlung führte zur Gründung vieler Städte, nicht jedoch zu einer mehrheitlich dt. Bevölkerung. Nach 1309 wurde das Land immer konsequenter in den Ordensstaat eingegliedert. Im 2. Thorner Frieden (1466) kam es an das Königreich Polen.