Liudolfinger

Aus Mittelalter-Lexikon
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Liudolfinger (Sachsen, Ottonen). Nach Liudolf, Herzog von Sachsen (850-66), einem Neffen des Sachsenführers Widukind, benanntes sächs. Adelsgeschlecht, beheimatet in Ostfalen, im Raum zwischen Leine und Harz. Liudolfs Enkel, der Sohn von Herzog Otto d. Erlauchten von Sachsen, Heinrich I., wurde 919 von den fränk. und sächs. Adeligen zum König gewählt und begründete das dt. Königshaus der Luidolfinger, nach deren mächtigsten Herrschern auch Ottonen genannt. Ihm folgten Otto I. d. Gr. (936 - 73; Kaiser 962), Otto II. (973 - 83; Kaiser 967), Otto III. (983 - 1002; Kaiser 996) und Heinrich II. der Heilige (1002 -24; Kaiser 1014). Unter Otto I. wurden Stammes- in Amtsherzogtümer umgewandelt, wurde die hohe Geistlichkeit zur Reichsverwaltung herangezogen (s. "Ottonisches Reichskirchensystem"), wurde die ®Ostkolonisation energisch vorangetrieben und die Anwartschaft des Dt. Königs auf die Kaiserwürde begründet. Es begann die Italienpolitik der Dt. Könige, durch welche deren polit. Macht in großem Maße gebunden und geschwächt wurde.
(s. Deutsches Reich, Quedlinburg)