Lusizen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Lusizen. Im 6. Jh. war in die von Germanen nur noch dünn besiedelten Gebiete der Nieder- und Oberlausitz aus dem Karpaten-Sudetenvorland der selbständige Sorbenstamm der Lusizen eingewandert. Er lebte von Ackerbau, Viehzucht und Waldwirtschaft (Holzfällerei, Pechsiederei, Zeidlerei), betrieb Jagd und Fischfang und sicherte seinen Siedlungsraum durch hölzerne Flucht- und Wehrburgen. Ihre Ansiedlungen legten sie auf relativ sicheren Plätzen an, etwa auf Hügeln oder an Abhängen („Kauperkolonien“, von Kaupe = Hügel mit Gehöft). Hauptfeste war Liubusa nahe dem heutigen Dorf Lebusa. Diese wurde mit dem Gebiet der heutigen Niederlausitz 938 durch Markgraf Gero für das Reich annektiert und kam 1034 als erstes Reichsfürstentum an die Wettiner.
Vom 10. Jh. an sind die Lusizer zunehmend in Abhängigkeit hauptsächlich sächsischer Grundherrschaften gekommen. Neben den üblichen Diensten (sorb. robote) und Naturalabgaben hatten sie auch Sklaven als Tribut zu stellen. Im 12. Jh. setzte in großem Stil die Christianisierung und Kolonisierung ein. In ganzen Provinzen wurden die Slawen verknechtet oder ausgerottet. In der Folgezeit machten sich neben den Lusizen fränkische, thüringische und niedersächsische Kolonisten ansässig, mit denen sie sich auch vermischten, doch bildeten die Lausitzer Sorben auch weiterhin in der landsässigen Bevölkerung die Mehrheit.
(s. Lausitz, Slawen)