Mainslawen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mainslawen (Mainwenden). Zur Einbindung in ihren Herrschaftsbereich und zur Missionierung der slawischen Stämme an Obermain und Regnitz gründeten die fränkischen Herrscher Karlmann und Pippin 741/42 das Bistum Würzburg. Dafür, dass dieser Missionierungsversuch keinen durchschlagenden Erfolg hatte, sprich die Tatsache, dass Kaiser Karl I. den Bau von 14 Slawenkirchen in dem genannten Gebiet anordnete. (Zwei dieser Kirchen wurden in Amlingstadt und in Seußling im Landkreis Bamberg zweifelsfrei identifiziert.) 805 errichtete Karl eine Reihe von Zollstationen für den Handel zwischen Franken und Slawen, darunter Forchheim und Hallstadt, vielleicht auch Scheßlitz. Archäologisch erschlossene Friedhöfe der Slawen sind gekennzeichnet durch Urnenbestattung unter Erdhügeln. Auch als die Slawen im 9. Jh. von der Verbrennung der Toten zur Körperbestattung übergegangen waren, hielten sie am Brauch der Grabhügel fest.
Mit der Missionierung der slawischen Bewohner des Main- und Regnitzgaues ("terra sclavorum, qui sedent inter Moinum et Radanziam fluvios, qui vocantur Moinvinidi et Randanzvinidi") wird auch die Gründung des Bistums Bamberg (1007) in Verbindung gebracht. In einer Bamberger Synode von 1059 ist dann letztmalig von heidnischen, unter Strafe stehenden Bräuchen der Slawen die Rede. Um diese Zeit sind die Slawen an Main, Regnitz und Naab mit dem fränkischen Bevolkerungsteil verschmolzen.
(s. Slawenmission)