Mangel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mangel, Mange (mhd. mange, mangel, mandel = Glättwalze für Leinwand.) Rohe, gebleichte oder gefärbte Leinwand wurde anfangs mittels einer Holzwalze und dem Mangelbrett auf einem ebenen Tisch glattgepresst. Die mit dem Tuch umwickelte Walze wurde dabei zwischen Tisch und Brett von Hand hin und her gerollt. Im 15. Jh. kamen Mangmaschinen auf, bei denen die Walze durch die Hin-und-her-Bewegung des mit Steinen beschwerten langen Mangkastens gedreht wurde. Der Antrieb geschah mittels ®Tretrad oder ®Göpel über einen liegenden Wellbaum, um den eine Kette geschlungen war, deren Enden zu den Schmalseiten des Mangkastens führten. Durch ein Getriebe, bestehend aus einem Stockrad und zwei auf dem Wellbaum sitzenden Kammrädern, wurde die Hin-und-her-Bewegung des Kastens erreicht, ohne dass der Drehsinn des Göpels geändert werden musste. Vorwärtsgang, Leerlauf und Rückwärtsgang wurden über ein Hebelgestänge eingestellt, welches das Stockrad in eines der beiden Kammräder eingreifen oder leer laufen ließ. An den beiden Totpunkten des Mangganges verkürzte sich die Kette derart, dass der Mangkasten leicht angehoben wurde. Bei dieser Stellung konnten die Mangwickel gewechselt werden. Derartige Mangelanlagen (mandel-mölen) waren wegen der hohen Bau- und Unterhaltungskosetn im Besitz der Färberzunft oder des Rates. In Nürnberg gab es seit dem 15. Jh. Mangelanlagen auf der Insel Schütt, die Münchener Färberzunft besaß seit 1443 ein Manghaus, das der Aachener Färber war in städt. Besitz.