Mechthild von Magdeburg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mechthild von Magdeburg (um 1207 - um 1283). Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie aus der Gegend um Zerbst bei Magdeburg. Im Alter von 12 Jahren hatte sie ihr erstes myst. Erlebnis und strebte von da an nach einem gottgefälligen Leben in Armut und Demut. Etwa 20jährig verließ sie ihre Familie, um in Magdeburg zusammen mit Gleichgesinnten die "vita religiosa" zu leben. Unter der geistlichen Führung des Dominikaners Heinrich von Halle begann sie um 1250 mit der Arbeit an ihrer myst. Schrift "Das fließende Licht der Gottheit". Darin finden sich neben Visionsberichten auch lehrhafte Dialoge, Merkverse, allegor. Erzählungen und Abhandlungen über theolog. Probleme wie Trinität oder Einheit des göttl. Wesens. Die Beziehung der "minnenden Seele" zu Christus wird in den Visionen durchaus erotisch erlebt. 1270 trat sie in das Zisterzienserinnenkloster Helfta ein, wo sie mit den Mystikerinnen ®Gertrud die Große (G. v. Helfta) und ®Mechthild von Hackeborn zusammenlebte, bevor sie nach langer Krankheit und fast erblindet um 1283 starb. Mechthilds Texte sind sowohl in reiner Prosa als auch rhytmisch gegliedert oder in Versen abgefasst. Sie waren ursprünglich in mndd. Sprache geschrieben, sind jedoch nur in lat. und mhd. Übertragungen erhalten. Die Wirkung des "Fließenden Lichts" blieb im wesentlichen auf südd. Dominikanerinnenklöster beschränkt.