Nagel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Nagel (mhd. nagel, ahd. nagal; noch in vorchristlicher Zeit bildete sich zu der ursprünglichen Bedeutung "Finger- und Zehennagel, Kralle, Klaue" der Wortsinn "spitzer Holz- oder Eisenstift"; lat. clavus). Eiserne Verbindungsstifte mit zugespitztem Schaft und breitgeschlagenem Kopf waren zwar seit dem FMA. bekannt, wurden jedoch des hohen Preises wegen nicht in größerer Menge verarbeitet. Sie wurden von ursprünglich von Grobschmieden, später von spezialisierten ®Nagelschmieden hergestellt. Vom 12. Jh. an gab es Nagelmacher, die Nägel aus Drahtabschnitten herstellten (s. Drahtziehen), deren eines Ende spitz zugeschmiedet oder zugeschliffen wurde und deren anderes Ende man zum Nagelkopf breitschlug. Größte Nägel waren um 45 cm lang (Schleusennägel), darauf folgten solche von 20-15 cm Länge (Schiffsnägel); Hufnägel maßen 4 - 8 cm, sie waren leicht gebogen, damit die Nagelspitze beim Einschlagen aus der Hufwand austreten und umgebogen werden konnte, um ihn zu verankern; kleinste Nägel wurden für die Schuhmacherei gefertigt. Zum Festnageln von Dachschiefer verwndete man Nägel aus nichtrostendem Metallem, etwa aus Kupfer oder Stahl. fSeit dem 15. Jh. wurden einige Nagelsorten verzinnt.
Im übrigen wurden in der Zimmerei, Schreinerei oder Schusterei sowie bei der Herstellung hölzerner Geräte weiterhin Holznägel aller Kaliber verwendet. Mit der Herstellung von Nägeln aus Eichenholz fristeten Zimmerergesellen während der Winterruhe auf der Baustelle ihr Dasein.
Nägel galten im ma. Aberglauben - wie andere spitzige Gegenstände aus Eisen - als Mittel zur Dämonen- und Hexenabwehr sowie zur Ausübung von Schadenzauber.
(s. Hufschmied)