Nieswurz, schwarze

Aus Mittelalter-Lexikon
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Nieswurz, schwarze (mhd. swarze niese-wurz, daz swarze Elleborum; botan. Helleborus niger: volkstüml. Schneerose, -blume, Eisblume, Christrose). Mehrjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse, beheimatet in den Alpen, gekennzeichnet durch frühzeitig (Februar, März) austreibende große, weiße Blüten und einen schwarzen Wurzelstock.
Die Pflanze war schon im Altertum - nicht zuletzt aufgrund der Signaturenlehre - als Giftpflanze bekannt, verweist doch ihre schwarze Wurzel auf Melancholie,Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, welche als durch die Schwarzgalle verursacht galten. Somit verwendete man sie bei allen durch einen Überschuss an schwarzer Galle verursachten Leiden wie Fallsucht, Starrkrampf, Tobsucht, Besessenheit und Wahnsinn, sowie bei Lepra und Gicht. Außerdem wurde sie als Brech- und Abführmittel sowie bei Harnverhaltung, Wassersucht, Husten und Vergiftung verordnet.
Wichtigste der Inhaltsstoffe in allen Pflanzenteilen sind Digitalis-Glykoside, Saponine und Protoanemonin, welche Schwindel und Bewusstlosigkeit auslösen und zum Herzstillstand führen können.
(s. Ähnlichkeitslehre, Geisteskrankheiten, Nieswurz, weiße)