Ohr

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ohr (mhd. ore, or; lat. auris). Das Hörorgan, bestehend aus Ohrmuschel, Gehörgang, Mittel- und Innenohr, ist das für Geräuschwahrnehmungen und Gleichgewichtssinn verantwortliche Sinnesorgan. Entsprechend seiner Bedeutung für soziales Leben und das Überleben schlechthin spielte es eine große Rolle in der ma. Heilkunde (s. Ohrkrankheiten), im Aberglauben (s. Ohrwurm) und in der ®Physiognomik. Dem Aberglauben galt das Ohr als möglicher Eintrittsort für Geister und Dämonen. Ohrenschmalz (orsmalz) galt in der Volksmedizin als Mittel gegen Hautkrankheiten, Kolik, Durchfall, unerwünschte Schwangerschaft u.a.m. Zu Ohrensausen oder –klingen wusste man nach antikem Vorbild: „Item so ainem die oren seusent, so haben sie den glauben, man red vbl von inn“. Zur Gestalt der Ohrläppchen weiß Konrad v. Megenberg: „Wes orn groz sint, der ist ain tor und langes lebens“. Auffallend kleine Ohren sollten einen tückischen, bösen Menschen kennzeichnen.