Opium

Aus Mittelalter-Lexikon
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Opium (lat.; v. grch. opion = Pflanzensaft; mhd. magesame). Dunkelbraune, bittere Substanz aus eingetrocknetem Milchsaft unreifer Fruchtkapseln des Schlafmohns (Papaver somniferum: s. Mohn). Opium kam aus orientalischen Ländern (Persien, Indien) sowie aus Ägypten nach Europa. Es enthält mehrere, unterschiedlich wirkende Alkaloide, darunter Morphin (schmerzstillend), Narcotin und Codein (sedativ), Papaverin (reflexsteigernd) und Thebain (tetanisierend). Insgesamt überwiegen die narkotisierenden, antiemetischen und antiperistaltischen Wirkungen. Überdosierung führt durch Lähmung des Zentralnervensystems (bes. des Atemzentrums) zum Tod.
Rhazes und Avicenna kannten die Wirkung der Droge als Schlaf- und Betäubungsmittel (s. Narkotika) und warnten vor Überdosierung. Al-Biruni beschrieb die Toleranz- und Suchtprobleme. In der abendländischen Fachliteratur ("Lorscher Arzneibuch", "Circa instans") wird Opium regelmäßig erwähnt. Im Antidotarium Nicolai gelten 29 der insgesamt 141 Präparate solchen mit Opium. Johannes v. St. Amand weist in seinen "Aureolae" besonders auf die Gefahren des Rauschmittels hin, dessen Wirkung er mit der durch Alkoholgenuss verursachten Bewusstseinstrübung vergleicht. Als beste Qualität galt das aus dem ägyptischen Theben stammende (opium) thebaicum.