Otto I. von Bamberg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Otto I. von Bamberg (1062 - 1139, hl.) Er entstammte einer adligen Familie in Mittelfranken oder Schwaben, war in Eichstätt aufgewachsen und erzogen; 1082 Hofkaplan des poln. Herzogs Wladislaw, 1090/91 Kanzler Kaiser Heinrichs IV., Leiter der Bauerweiterung am Speyerer Dom (Speyer II.). 1102 zum Bischof von Bamberg geweiht. 1121 bemühte er sich um den Ausgleich zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Calixt II., der im Wormser Konkordat festgeschrieben wurde (s. Investiturstreit). Er war ein eifriger Förderer der Klosterreform, gründete selbst zahlreiche Klöster und Stifte (u.a. Banz am Obermain, Aura a. d. Saale, Münchaurach b. Höchstadt/Aisch, Asbach im niederbayer. Rottal, St. Michael in Bamberg) und missionierte unter den Mainslawen im Bamberger Umland. Im Auftrag Boleslaws III. von Polen unternahm er 1124/25 und 1128 Missionsreisen zu den Heiden Pommerns ("Apostel der Pommern"), deren Bekehrung er auf seiner zweiten Reise vollendete. Auf seinen beiden Missionszügen soll er 22.000 Menschen bekehrt haben. Schon 50 Jahre nach seinem Tod wurde er - als einziger deutscher Bischof - heiliggesprochen (10. August 1189). Das Grab Ottos im Chor der Michelsberger Klosterkirche hat schon bald große Pilgerscharen angezogen.