Palas

Aus Mittelalter-Lexikon
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Palas (mhd. palas, über afrz. palais v. lat. palatium = kaiserl. Hof; auch mhd. das hus, mlat. domus). Wohn- und Repräsentationsbau eines Herrensitzes, einer Pfalz oder einer Burg. Meist ein rechteckiger Bau über einem fensterarmen, sockelförmigen Untergeschoss. Die Obergeschosse wurden zum Hof hin durch mehrgliedrige Fensterstellungen belichtet, denen gelegentlich noch ein Gang vorgelagert war. Der Saal nahm häufig eine gesamte Geschossfläche ein, war im FMA. flach gedeckt, was bei der Größe der Grundfläche einen säulengestützten Unterzug nötig machte. Vom 13. Jh. an kamen überwölbte Säle mit meist zwei Schiffen auf.
Im Palas fand das elitäre "höfische" Bewusstsein der Feudalherren seinen architektonischen Ausdruck. Er war der festliche Rahmen für prunkvolle Empfänge, für Beratung und Tafeleien, für Sänger- und Dichtervorträge, für Tanz und Spiel.
Die übrigen Räume im Oberbau des Palas dienten Wohnzwecken. Auch sie hatten säulenverzierte Fenster, die gruppenweise zusammengefasst und verschließbar waren, und konnten durch offene Kamine geheizt werden (camera caminata = Kaminzimmer, Kemenate). In größeren Burganlagen waren Wohngemächer und Saal oft nicht zusammen unter dem Dach des Palas untergebracht, für den Burgherrn und seine Familie gab es dann einen eigenen, mehrstöckigen Wohnbau.
(s. Pfalz)