Pastinak

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pastinak (mhd. pasternack, pastenei, pestnachen; lat. pastinaca, zu pastus=Nahrung, Futter; botan. Pastinaca sativa; volkstüml. Speckmöhre, auch Hammel- oder Hirschmöhre, weil sie von diesen Tieren angenommen wurde). Die zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler erreicht eine Höhe von bis zu 1,2 m, hatgefiederte Blätter und eine Rübe von bis zu 6 cm Dicke, 40 cm Länge und 500-1.000 gr Gewicht; sie ist von weißem bis bräunlichem Aussehen und hat weißes, intensiv süßlich schmeckendes Fleisch. Aus den doldig angeordneten gelben Blüten entstehen im Herbst viele eiförmige kleine Früchte.
Der Pastinak war schon in der röm. Antike eine beliebte Kulturpflanze und ist mit den röm. Legionen, spätestens mit dem Kräuterbestand der Klostergärten nach Mitteleuropa gelangt. In der Hofgüterordnung Karls d. Gr. zählt sie zu den obligatorisch anzubauenden Speisepflanzen. Seine möhrenartig geformte, Wurzel wurde gebraten, als Gemüse oder als Mus zubereitet, als Hauptgericht oder als Beilage aufgetischt und zählte im MA. zu den Hauptnahrungspflanzen. Die jungen Blätter konnten als Salat zubereitet werden. Pastinakgemüse enthält Kohlenhydrate (Zucker, Stärke), Protein, Mineralstoffe (vor allem Kalium) und Vitamin C. Die reifen Früchte enthalten ätherische Öle; sie wurden getrocknet und zerstoßen und dienten als Gewürz.
Die Volksheilkunde benutzte die frische Wurzel als harntreibendes, verdauungsförderndes und fiebersenkendes Mittel sowie als Aphrodisiacum, als Mittel gegen Impotenz und zur Behandlung von Lungenleiden. Pulver aus den getrockneten Früchten fand bei Blasen- und Magenbeschwerden Verwendung.
(s. Gartenbau, Gemüse, Notbrot)