Peter Suchenwirt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Suchenwirt, Peter (Sinn des Namens: "Such den Gönner"; etwa 1335 - 95). Fahrender Spruchdichter und Herold aus Österreich, stand in Diensten verschiedener österr. Herren, zuletzt derer des Wiener Hofes. Bedeutendster Vertreter der sog. ®Heroldsdichtung. In seinem lyrischen Werk finden sich zahlreiche Wappenbeschreibungen – abgefasst in der aufkommenden heraldischen Fachsprache – sowie allegorische Deutungen der Wappen. Er schrieb auch politische Gedichte (Sprüche), worin er den Niedergang ritterlicher Kultur beklagte. Berühmt machten ihn seine "Ehrenreden" (Nekrologe) auf verstorbene österr. Herzöge und Ritter, von denen 23 überliefert sind. Hierbei führt er als Neuerung die kunstgerechte Beschreibung des Wappens ein. Außerdem schrieb er Minnereden, allegorische, didaktische und geistliche Reden. Seine Ehrenreden sind in Paarreimen, seine sonstigen Versreden in Dreireimen oder Kreuzreimen gesetzt. Eines seiner Preisgedichte hat die Preußenfahrt Herzog Albrechts III. von Österreich (1377) zum Inhalt. Nach der Vorstellung der höfischen Begleitung und der ironischen Schilderung der Heidenhatz beschreibt er, wie Herzog Albrecht zum Ritter geschlagen wurde:

Der graf von Zil, Herman genant,
daz swert auz seiner schaide zoch
und swencht ez in di luften hoch
und sprach zu herzog Albrecht:
"Pezzer ritter wenne chnecht"!
und slug den erenreichen slag.
Do wurden auf den selben tag
vir und sibenzig ritter ...
... Maria der vil rainen mait
zu wirden und zu eren.