Peter von Abano

Aus Mittelalter-Lexikon
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Peter von Abano (Pietro d´Abano, Petrus Aponensis, 1257-1315). Gebürtig aus der italienischen Stadt Abano (heute Abano Terme, Venetien), studierte in Paris Philosophie und Medizin und lehrte ab 1306 Medizin an der Universität von Padua. Dortselbst wirkte er auch erfolgreich als Arzt („paduanis doctor famosus“) und kam durch seine horrenden Honorare zu großem Reichtum. Wegen seines Interesses an Astrologie und Alchemie, wegen seines Versuchs, biblische Wunder auf natürliche Weise zu erklären und wegen seiner averrosistischen Überzeugungen (s. Averroismus) kam er vor ein Inquisitionstribunal. Er starb, nachdem er in einem ersten Verfahren freigesprochen worden war. In einem zweiten Prozess für schuldig befunden, sollte sein Leichnam exhumiert und verbrannt werden. Man musste sich jedoch mit einer symbolischen Verbrennung begnügen, da Abanos Leiche von einem Freund rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden war.
Unter Abanos Leitung wurde die Schule von Padua zu einem Zentrum der abendländischen Medizin. Er verband die Lehren Galens mit denjenigen arabischer Ärzte und Philosophen. Den Menschen sah er als integralen Bestandteil eines harmonischen Ganzen, beherrscht von den himmlischen Sphären. Von daher war für ihn die Astrologie ein unverzichtbarer Bestandteil der Heilkunst. Zu seinen Prinzipien, aufgrund derer er als Vorläufer moderner Medizinwissenschaft gelten kann, gehörten genaue Beobachtung und Einordnung von Krankheitssymptomen und die systematische Sammlung praktischer Erkenntnisse.
Werke: „Conciliator differentiarum quae inter philosophos et medicos versantur“ (der Versuch einer Zusammenführung von griechischer spekulativer Naturphilosophie und pragmatischer arabischer Medizin; der „Conciliator“ sollte bis ins 17. Jh. maßgeblich bleiben);
„De veneris eorumque remediis“ (über Gifte und Gegengifte);
„Lucidator dubitabilium astronomiae“ (der Versuch, aristotelische und ptolemäische Himmelsmechanik in Einklang zu bringen).
Abano soll auch der Urheber des Zauberbuchs "Heptameron" sein; darin sind magische Praktiken in Zusamenhang mit jeweils einem für einen Wochentag zuständigen Geist gebracht - daher der Titel;
"De compilatione physionomiae" (Über die Beurteilung menschlicher Chrakterzüge anhand der jeweiligen Physiognomie).
in "Geomanzia" beschreibt er sechzehn geomantische Symbole, abgeleitet von den vier Himmelsrichtungen und den vier Elementen (Erde, Wasser, Luft, Feuer).