Pilz

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pilz (hier: örtlich begrenzter Haut- oder Nagelpilz, Dermatomykosen, Mycosis fungoides). Von den vielen beim Menschen vorkommenden Pilzerkrankungen waren im MA. nur die an der Körperoberfläche (Haut, Schleimhaut) mit Juckreiz und Rötung auftretenden Arten, und davon nur weniges bekannt. Häufig wurden Mykosen auch als Folge eines Befalls mit kleinen Würmern angesehen (s. Wurm).
Der Macer floridus umschreibt das lat. fungus mit „das böse vleisch, das die swamme heiset“ und nennt als Gegenmittel eine Kompresse mit Blättern von Lilium (Iris), einen Trank von Wein mit Liliumknolle sowie die Einnahme von Lauch (Allium) oder Wermutkraut (Absinthium). Gegen Genitalmykosen rät er: „Ein Jucken der weiblichen Scham und des männlichen Gliedes beseitigst du durch einen erwärmenden Wickel mit Wein, in dem Salbei gekocht wurde“.
Auch Albertus Magnus empfiehlt gegen Pilzerkrankungen einen Ölauszug der Lilienknolle.
Ein probates Mittel aus der Klostermedizin ist Thymian wegen des stark antimykotischen Wirkstoffs Thymol.