Pinsel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pinsel (mhd. pensel, bensel, pinsel; v. lat. penicillus, mlat. penicellus = Schwänzchen). Ein Werkzeug zum Auftragen von Farbe auf eine Fläche, zum Malen oder Schreiben, bestehend aus dem breitgeklopften, „zerfaserten“ Ende eines Zweiges oder Ästchens oder dem an einem Stiel (Holzstäbchen, kleine Röhrenknochen) befestigten Büschel von Tierhaaren bzw. –borsten („Besteckung“). Ausweislich archäologischer Funde (Höhle von Altamira, Altsteinzeit; H. Schliemanns Depotfund „Grab des Priamos“, 12./13. Jh. v.u.Z.) ist der Pinsel eines der ältesten Artefakte des Menschen.
Der Mönch ®Theophilus hat in seiner Schrift "Schedula diversarum artium" (um 1100) über die Technik des Bürsten- und Pinselmachens geschrieben.
Bis in die Neuzeit besorgten ®Bürstenbinder neben der Fertigung verschiedener Handfeger und –bürsten auch die Herstellung grober Anstreicher-Pinsel; als krämerzünftige Handwerker durften sie ihre Produkte selbst im Einzelhandel vertreiben. - Feine Exemplare für Tafel- und Buchmalerei sowie zum Schreiben fertigten sich die Schreibermönche, Illuminatoren und Malkünstler selbst, wie anderen Künstlerbedarf auch. Für die Quaste benutzte man Schweineborsten oder Tierhaare (etwa von Pferdemähne oder –schweif, von Dachs-, Wiesel- oder Eichhörnchenschwanz). Je nach Viskosotät der Farbe und Maltechnik benötigte man gröbere oder feinere, längere oder kürzere Borsten bzw. Tierhaare sowie spitze, runde oder breite Quasten.