Pippin III.

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pippin III. (der Kurze, der Jüngere; 714 - 768). Sohn von ®Karl Martell, dessen Amt als merowingischer Hausmeier er zusammen mit seinem Bruder Karlmann erbte. Bis 747 arbeiteten die Brüder zusammen beim Kampf gegen Alemannen, Aquitanier und Baiern und bei der kirchlichen Organisation des Frankenreiches. Dann überließ Karlmann die Regierungsgewalt seinem Bruder und zog sich als Mönch in das Kloster Montecassino zurück. Mit Zustimmung des Papstes setzte Pippin den letzten merowingischen Schattenkönig Childerich III. ab und schickte ihn in ein Kloster. Sich selbst ließ er 751 zum König erheben und erhielt die Weihe von Bonifatius, den er bei seiner Missionstätigkeit in Germanien unterstützte. Die Königssalbung erteilte ihm 754 in Reims Papst Stephan II. persönlich, der ihn auch zum Beschützer der Römer („patricius Romanorum“) ernannte; im Gegenzug vermachte er dem Papst die ®Pippinsche Schenkung, die Grundlage des späteren Kirchenstaates. Er setzte die Kämpfe seines Vaters in Südfrankreich fort und eroberte Languedoc von den Arabern und Westgoten. In Sachsen führte er Krieg gegen heidnischen Stämme. In Italien kämpfte Pippin gegen die Langobarden unter König Aistulf und zwang diesen, die fränkische Oberhoheit anzuerkennen. Die mittelitalienischen Gebiete, die er den Langobarden hatte entreißen können, übertrug er der Kirche. Seinem Sohn und Erben Karl (s. Karl I. der Große) hinterließ er das Frankenreich als stärkste Macht des christlichen Abendlandes.