Prodigia

Aus Mittelalter-Lexikon
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Prodigia (lat. prodigium = Vorhergesagtes, Wunderzeichen, Ungeheuerlichkeit, omen = Vorzeichen; mhd. vorbezeichenunge, -bildunge, -gelaeze, -zeichen). Außergewöhnliche Ereignisse, welche als Ankündigung von Vorkommnissen herausragender, meist bedrohlicher Art gewertet wurden. So waren etwa Sternschnuppen, Kometen, Nordlichter, Erdbeben, Sonnen- oder Mondfinsternisse die Vorboten von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen oder gar des Weltuntergangs. Auch menschliche und tierische Missgeburten (monstra) wurden als besorgniserregende Vorzeichen gedeutet. Neben diesen die Allgemeinheit betreffenden Vorzeichen gab es zahllose zufällige Zeichen, die nur dem jeweiligen Empfänger betrafen, z.B. ein guter oder schlechter ®Angang. Als schlechte Vorzeichen galten ein umgestoßenes Salzfass, ein nächtlich heulender Hund oder ein knarrender Balken; als glückverheißend galten in Haus oder Stall nistende Schwalben sowie Spinnen und Heimchen als Hausgenossen, das Finden von Eisen - am besten eines Hufeisens - oder eines vierblättrigen Kleeblatts usw.