Quintane

Aus Mittelalter-Lexikon
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Quintane (aus der Sprache röm. Legionäre. In den stets nach gleichem Muster angelegten Militärlagern war die 5. Straße – die via quintana – nach der via principalis die breiteste und wurde zu Spielen und miltärischen Übungen benutzt). Übungsgerät für den ritterlichen Turniersport, bestehend aus einem senkrechten Pfosten und einem drehbar darauf gelagerten waagrechten Balken; auch als drehbar gelagerte Puppe mit ausgebreiteten Armen („Stechpuppe“) ausgebildet. Am einen Ende des Balkens war eine Zielscheibe (etwa ein Wappenschild) angebracht, am anderen Ende hing an einem Strick ein mit Stroh oder Sand gefüllter Sack. Der Zweck der Übung bestand darin, dass ein gegen das Gerät Anreitender einerseits mit seiner Turnierlanze die Zielscheibe traf, andererseits das Tempo seines Rittes danach einrichtete, dass er von dem durch den Lanzenstoß herumgewirbelten Sack im Vorbeisprengen nicht hinterrücks getroffen wurde. (s. Ringelstechen)