Ravensburg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ravensburg. Am Ostrand eines weiten Talbeckens der Schussen, eines nördl. Zuflusses des Bodensees, lag die Ravenspurc, eine der Stammburgen der ®Welfen, erstmals erwähnt 1088. In deren Schutz entstand am Ende des 11. Jh. die gleichnamige Siedlung, die aufgrund ihrer günstigen Lage an der Handelstraße vom Bodensee nach Ulm 1150 zum Markt geworden war und zwischen 1160 und 1190 das Stadtrecht erhielt. 1180 kam Ravensburg an die Staufer. 1276 wird es erstmals als Reichsstadt erwähnt. 1250 und 1340/65 wurde die Stadt nach Norden und Westen erweitert. Ihre wirtschaftliche Blüte erlebte sie zwischen 1380 und 1530 durch die während dieser Zeit bestehende „Große Ravensburger Handelsgesellschaft“ der Patrizier Humpiß, Mötteli und Muntprat (Leinwandhandel, Papierherstellung). Bemerkenswerte ma. Bauwerke: Liebfrauenkirche (beg. um 1360; Glasfenster von 1415); St. Jodokskirche (14./15. Jh.); Reste der ma. Stadtbefestigung (mit Schellenbergturm, Untertor, Frauentor und "Mehlsack" [alle um 1350], Oberturm [um 1490]); mehrere Stadt- und Zunfthäuser (Waaghaus, Seelhaus, Kornhaus, Rathaus).