Reisekleidung

Aus Mittelalter-Lexikon
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Reisekleidung (mhd. reisewant, reisewaete). Abgesehen von der ®Pilgertracht gab es keine spezielle Kleidung für Reisende. Hochgestellte Reisende waren stets beritten und mit Gefolge unterwegs, konnten sich aus ihrer Bagage der jeweiligen Witterung entsprechend einkleiden. Der Großteil der Bevölkerung reiste zu Fuß, war unzureichend gekleidet und bei kaltem Wetter zudem aufgrund chronischer Mangelernährung umso anfälliger für Ekältungskrankheiten. Einmal durchnässt, musste man froh sein, seine Kleider am Feuer der nächsten Herberge trocknen zu können. Auch ordentliches Schuhwerk war Privileg der Oberschicht; nicht nur Bettler, Büßer und Asketen, auch viele einfachen Leute waren barfuß unterwegs – selbst bei Eis und Schnee. Somit wurde die Reisezeit für die meisten nicht nur durch Morast, Hochwasser oder Tiefschnee eingeschränkt, sondern einfach durch unzureichende Kleidung, durch die Gefahr von Unterkühlung, Erkältungskrankheiten und Erfrierung.