Ritterspiegel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ritterspiegel. Ein von dem Eisenacher Geistlichen, Notar und Ratsschreiber Johannes Rothe um 1410 verfasstes Gedicht (4.108 Verse) in mittelthüringischer Sprache über Stellung und Aufgaben der Ritterschaft. Erhalten in einer Handschrift. Der Dichter beklagt den Niedergang der geistigen und körperlichen Tugenden des Ritterstandes und betont, dass der Adel weit mehr auf der Tüchtigkeit eines Mensachen beruhe als auf dessen hoher Geburt. Durch Frömmigkeit und Tugend könne selbst einer aus dem Bauernstande zu höchstem Adel aufsteigen. Eingehend schildert Rothe die ® Heerschildordnung, das Aufsteigen des Knappen zum Ritter, das Lehns- und Fehdewesen und das Wuchergeschäft der Juden und Kawerzen.