Seezeichen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Seezeichen. Die europäische Seeschiffffahrt war im MA. vorwiegend Küstenschifffahrt, und dabei orientierte man sich zunächst an markanten, weithin sichtbaren Landzeichen – Bergen, Felsen, Kirchtürmen, Burgen, Bäumen etc. Nach 1200 entstanden an den europäischen Küsten Seezeichen, durch welche Hafenzufahrten markiert und z.T. durch Befeuerung auch bei Nacht kenntlich gemacht wurden. So ist bei Travemünde für 1316 ein ®Leuchtturm belegt. Die Fahrrinnen in den Mündungstrichtern der Flüsse wurden vom 14.Jh. an zusätzlich durch schwimmende Tonnen (Bojen) und eingerammte Stangen (Pricken) sowie durch am Ufer aufgerichtete Baken (Steinhaufen, Holzgerüste) gekennzeichnet, eine Navigationshilfe, die im 14. Jh. in den Niederlanden aufkam (Tonnen bei Texel, 1358) und für die Elbe erstmals 1410 beurkundet ist.
(s. Barsenmeister, Meer, nautische Orientierung, Seestraßen)