Seligsprechung

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seligsprechung (lat. beatificatio). Nachdem die Befugnis der ®Heiligsprechung an das päpstliche Kanonisationsverfahren gebunden worden war, blieb bischöflicher Entscheidung nur noch vorbehalten, verstorbene „Diener Gottes“, die frei von Sünden gestorben waren, als „selig“ (beatus) zu verklären. Der Zustand der Seligkeit besteht in der ewigwährenden Anschauung Gottes (visio beatifica). Seliggesprochene können in den Stand der Heiligkeit versetzt werden, wenn ihnen in einem ®Kanonisationsprozess Wundertaten und heroische Glaubensfestigkeit zuerkannt worden sind.
Seliggesprochene durften mit Strahlenkranz dargestellt und in ihrem lokalen Wirkungsbereich kultisch geehrt werden, was dem Verehrungsdrang des gläubigen Volkes entgegenkam.