Spießbürger

Aus Mittelalter-Lexikon
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Spießbürger. Die Verteidigung der Städte war im MA. Sache der Stadtbewohner. Diese hatten – je nach Vermögen – eine Anzahl Bewaffneter für einen bestimmten Abschnitt der Befestigungsanlagen zu stellen und auch die Art der Bewaffnung richtete sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit: Während Patrizier mit dem Schwert und Söldner mit Hellebarden, Streitkolben oder Armbrüsten kämpften, zog die Masse der Stadtbürger mit Spießen auf. Nachdem die Bürgerwehren im SMA. ihre Spieße nicht gegen teure Pulverbüchsen vertauschen wollten, kam die abschätzige Bedeutung des Begriffes auf. (Vgl. Schildbürger. – Im 17. Jh. wurde in der Studentensprache ein geistig rückständiger, unweltmännischer Mensch als Spießbürger bezeichnet.)