Spiritus

Aus Mittelalter-Lexikon
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spiritus (lat., = Geist, Seele). Die ma. Schulmedizin folgte der Lehre ®Galens, derzufolge die menschliche Lebensfunktionen von drei sehr feinen Substanzen bestimmt sind, die als „spiritus naturalis“ aus der Leber, als „spiritus vitalis“ aus dem Herzen und als „spiritus animalis" aus dem Hirn stammen und zwischen Körper und Geist vermitteln. Das Blut wird in der Leber aus dem Verdauungsbrei gebildet und mit dem sp. naturalis angereichert, dem alle Ernährungsaufgaben zufallen; es strömt zum Herzen, wo es mit dem von den Lungen zuströmenden Blut vermischt und gekühlt, sowie mit dem sp. vitalis angereichert wird; dieser stellt das lebenserhaltende und – verstärkende Prinzip dar. Danach gelangt es zum Hirn, wo es mit dem sp. animalis aufgeladen wird; dieser verrichtet Aufgaben wie Wahrnehmung, Erinnerung und Denken und ist aufgrund seiner sehr feinstofflichen (ätherischen) Konsistenz in der Lage, über die Nervenbahnen Reize zu empfangen und auszusenden.
(s. Organe, Physiologie)