Stadtschreiber

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stadtschreiber (mhd. statschriber). Unter den städtischen Beamten hatte der Stadtschreiber eine wichtige Stellung inne. Er protokollierte die Ratssitzungen, führte die ®Stadtbücher und die Stadtchronik, verwaltete das Archiv, gab den Bürgern Auskunft über Ratsbeschlüsse, amtete gegen Gebühr als öffentlicher Schreiber und überbrachte Ratsbeschlüsse an die Adressaten. In manchen Städten gab es eigene Schreiber für die Vermögenssteuer, die sog. Losungsschreiber (v. mhd. losunge, loesunge = bürgerliche Abgabe vom Vermögen). Spezialisierte Stadtschreiber waren auch die Gerichtsschreiber. Da Stadtschreiber Kenntnis sensibler Ratsinterna hatten, wurden sie eidlich auf Verschwiegenheit verpflichtet. Stadtschreiber amteten gegen Natural- oder Geldlohn; sie rekrutierten sich anfangs aus dem Klerikerstand, später aus dem studierter Laien.