Star

Aus Mittelalter-Lexikon
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Star (mhd. star = starr, ; lat. suffusio oculorum; med. Katarakt {grauer St.} , Glaukom {grüner St.). Die deutsche Bezeichnung weist auf den angestrengten, „starren“ (starrenden) Blick des Patienten hin. In Anlehnung an die Bezeichnung, die der arab. Arzt Avicenna (10./11. Jh.) der Krankheit gegeben hatte, bildete man im lat. MA. das Kunstwort „Star aqua“ (bildhaft für Herabfließendes Wasser). Der Toledaner Übersetzer Gerhard von Cremona (12. Jh.) erfand die grch.-lat. Bezeichnung cataracta (Wasserfall, Herunterstürzendes) für den grauen St. Man hielt diesen für ein weißes Häutchen zwischen Iris und Linse. Im 11. Jh. beschrieb der ägyptische Augenspezialist al-Mausli eine Operationsmethode des grauen Stars, bei welcher die Linse durch Aussaugen entleert wird. Nach dieser Methode dürften auch die handwerklich geschulten oculisten des MA. vorgegangen sein; dabei geschahen aber so viele Fehlheilungen, dass studierte Augenärzte den Eingriff wo möglich gemieden haben.
Der Begriff Glaukom für den grünen St. ist bereits in der Antike geläufig gewesen und bezeichnete damit jede unheilbare Trübung der Pupille mit grünlichem oder gelblichem Oberflächenreflex und mit zunehmendem Sehverlust. Galen (2. Jh. u.Z.) sah die Ursache des Glaukoms in einer Verringerung oder Eindickung des Kammerwassers. Soweit im MA. Behandlungsversuche unternommen worden sind, dürften sie in Mitteln wie Purgieren oder Aderlass bestanden haben. (Erst um die Mitte des 19. Jh. sollte die krankhafte Erhöhung des Augeninnendrucks als Ursache des Glaukoms erkannt werden.)
(s. Augenärzte, Augenheilkunde)