Stein der Weisen

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Stein der Weisen (lat. lapis philosophorum; Deckname "Roter Löwe"). Hauptantrieb der ®Alchemie war die Suche nach einem Lebens-Elixier (elixir ad longam vitam) und einem Allheilmittel (panacea) sowie die Herstellung von edlen Metallen (Gold, Silber) und von Edelsteinen (dazu zählten auch Perlen und Diamanten). Diese Ziele suchte man durch komplizierte Verfahrensprozesse zu erreichen, die letztendlich zum „Stein der Weisen“ führten, welcher den Naturstoffen ihre ursprüngliche Qualität (forma) nimmt, um sie in eine „materia prima“ umzuwandeln, die empfänglich für edlere Qualitäten ist. Diesen „lapis philosophorum“ dachte man sich als fest bzw. pulverig oder aber als flüssig („elixir“, „quinta essentia“). Die Anzahl der Operationen im Verlauf des opus magnum oder magisterium konnte vier, sieben oder acht betragen, es überwogen aber sieben- und zwölfstufige Verfahren. Im Verfolg des Opus gelangte man beiläufig zu Fortschritten in der Laboratoriumstechnik (etwa bei der Destillation) und bei der Herstellung von chem. Stoffen (z.B. Alkohol, organ. und mineral. Säuren).