Stephen Harding

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stephen Harding (~1058 – 1134). In dem Dorf Merriott/Somerset aus einer wohlhabenden Familie geboren, war er schon im Kindesalter zur Erziehung in ein Kloster in Sherborne/Wessex gegeben worden. Er studierte danach in Paris und Rom und trat 1085 in das Kloster Molesme in Burgund ein. Als in dessen Konvent die Befolgung der Benediktregel vernachlässigt wurde, verließ eine Gruppe von 22 Mönchen, darunter Stephen und der Gründungsabt Robert von Molesme, das Kloster und gründeten 1085 das neue Kloster Citeaux. Hier wurde Stephen 1109 als dritter Abt gewählt. Unter seinem Abbatiat ist ®Bernhard von Clairvaux im Kloster Citeaux eingetreten (1112).
Stephen Harding sorgte für die Formulierung, Einführung und strikte Befolgung der neuen Ordensregel („Carta caritatis“, 1119) , machte sich verdient um eine Liturgiereform, um rege Kopierarbeit und literarische Studien in der Klosterbibliothek und um die Gründung von Filialklöstern. Kurz vor seinem Tod am 28. März 1134 hat der kranke und fast erblindete Stephen sein Amt niedergelegt.
Von seinen Werken sind außer der „Carta caritatis“ erhalten: „Exordium Cisterciensis cenobii“ (eine Beschreibung der Anfangszeit seines Ordens), das „Stephansbrevier“ (ein Gebetbuch zu den Stundengebeten), redigten und Briefe.
(s. Zisterzienser)