Stuttgart

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stuttgart. An dem der Nesenbachmündung gegenübergelegenen Ufer des Neckars hatten die Römer zur rückwärtigen Sicherung des Obergermanischen Limes um 85 ein Kastell und eine Siedlung eingerichtet. Um 260 wurde die Gegend von Alamannen besetzt, die im ehemaligen Kastell einen Herzogssitz einrichteten und auch in die Siedlung (Cannstadt) einzogen. Im sumpfigen waldreichen Talkessel nahe der Mündung des Nesenbachs, eines rechten Neckarzuflusses, entstand um 950 unter Herzog Liutolf von Schwaben, dem Sohn Ottos d. Gr., ein Gestüt und eine Wasserburg. Die Burg und die sich schon bald daran anschließende Weingärtner- und Handwerkersiedlung wurden nach dem Gestüt, dem "stuotgarte" (mhd. stuot = Herde v. Zuchtpferden; Stute) benannt. 1160 taucht mit der Nennung eines Herren Hugo de Stutkarten erstmals der Name Stuttgart in einer Urkunde auf. Der Weiler "Stutkarten" wurde 1219 von seiner Ortsherrschaft, den Markgrafen von Baden, zur Stadt erhoben. Die Stadt erhielt einen Mauerbering und kam – vor allem durch den Weinbau – zu beträchtlichem Reichtum. Mitte des 13. Jh. kam Stuttgart an die Grafen von Wirtinsberc, die Anfang des 14. Jh. ihr Familienstift und ihre Grablege hierher verlegten. Um 1400 zählte die Stadt 4.000 Einwohner. Um 1450 entstand um die Hospitalkirche die planmäßig angelegte "Reiche Vorstadt". 1482 wurde Stuttgart zur Residenzstadt des neuerrichteten Herzogtums ®Württemberg. Die histor. Altstadt wurde im 2. Weltkrieg durch Luftangriffe fast völlig vernichtet. Wiederaufgebaut bzw. renoviert wurden u.a.: das Alte Schloss (Türnitzbau um 1320); Stiftskirche (12. - 16. Jh.); Fruchtkasten (vor 1393, Giebel von 1596); Leonhardskirche (15. Jh.); Spitalkirche (15. Jh., Turm 18. Jh.).