Sunniten

Aus Mittelalter-Lexikon
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Sunniten (v. arab. sunna = Brauch, Sitte). Die Sunna ist die orthodoxe islamische Glaubensrichtung, die neben dem ®Koran in den ahadith (Sammlung der Aussprüche des Propheten und der Berichte über sein Wirken) eine zweite Glaubensquelle sieht. Während nach der Abspaltung der ®Schiiten diese den Imamen als geistigen Führern unterstanden, lebte bei den Sunniten das Kalifat weiter, das nach der Ermordung des letzten "rechtgeleiteten" Kalifen Ali (661) an die Familie der Umajjaden (mit dem Herrschersitz in Damaskus) fiel. Von 750 an hatte die Dynastie der Abbasiden das Kalifat inne; der Regierungssitz wurde von Damaskus nach Bagdad verlegt. 1258 endet das Kalifat der Abbasiden in Bagdad unter dem Ansturm der Mongolen. Die in Ägypten an die Macht gekommenen Seldschuken errichteten 1261 in Kairo ein ihnen höriges Kalifat unter (angeblichen) Abbasiden, das bis 1517 Bestand haben sollte. Theologisches Zentrum der Sunniten war vom 10. Jh. an die Al-Azhar-Akademie in Kairo.