Teer

Aus Mittelalter-Lexikon
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Teer (hier: Holzteer; v. mnddt. ter, tere = eigtl. der zum Baum Gehörende; lat. pix liquida = flüssiges Stück Pech). Wasserunlösliche und brennbare organische Substanz, die beim Verschwelen (d.i. trockene Destillation) von Holz zu Holzkohle entsteht. Beim Stehen an der Luft nimmt der Holzteer dunkelbraune bis schwarze Färbung an und wird zähflüssig bis fest. Er entwickelt einen durchdringend aromatischen Geruch, der uns von geräucherten Fleisch- und Wurstwaren her bekannt ist.
Im MA. benutzte man Holzteer zum Abdichten von Schiffsrümpfen und Fässern, zum Imprägnieren von Tauwerk und Fischernetzen und als Schmiermittel für Rad- und Wellenlager.
Im Aberglauben galt Teer – wohl wegen seines durchdringenden Geruchs – als Apotropäikum.
Die Volksheilkunde kannte viele Heilanzeigen für Teerzubereitungen, darunter auch die Pest, gegen die man die aromatischen Dünste von erhitztem Teer einatmete. Teerpflaster legte man bei schmerzenden Gliedern oder Gicht auf.
Zur Abwehr von Tierkrankheiten machte man drei Teerkreuze über die Stalltür.
(s. Holzkohle, Köhler, Teerschwelerei)