Trachyt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Trachyt (v. grch. trachys = rau; so benannt von dem frz. Mineralogen A. Brongniart, 1813). Bezeichnung für ein hellfarbenes (lichtgrau, gelblich, bräunlich) vulkanisches Ergussgestein, dessen charakteristische Beschaffenheit – fein- bis mittelkörnig, hart, gut zu bearbeiten, frostbeständig – auf der chem. Zusammensetzung (hoher Kieselsäuregehalt) sowie auf den winzigen Hohlräumen besteht, die von den in der glutflüssigen Entstehungsphase enthaltenen Gasblasen herrühren und frischen Bruchflächen eine raue Anmutung verleihen.
Das Gestein ist in Vulkangebieten weltweit verbreitet. In Deutschland wurde es im MA. im Westerwald (bei Wölferlingen), im Siebengebirge (am Drachenfels) und in der Eifel (im Laacher Land) abgebaut.
Der Trachyt am Drachenfels wurde schon zur Zeit der röm. Besatzung in der Provinz Niedergermanien abgebaut und für die Errichtung von Legionslagern anderen Bauten verwendet. Im MA. war der Trachyt vom Drachenfels einer der am meisten verbauten Bausteine im Rheinland, da er für Mauerwerk ebenso geeignet war, wie für Zierglieder am Außenau (Maßwerk, Fialen u.s.w.). Ein ganz wesentlicher Vorteil war, dass das Material nach dem Abbau leicht und kostensparend rheinabwärts transportiert werden konnte. Und so kann heute noch Trachyt an Sakral- und Profanbauten von Koblenz bis in die Niederlande gefunden werden, so z.B. am Dom, am historischen Rathaus und an dem Saalgebäude „Gürzenich“ in Köln, am Bonner Münster, am Xantener Dom oder an dem von Altenberg.
(s. Baumaterialtransporte, Vulkanismus)