Triumphkreuz

Aus Mittelalter-Lexikon
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Triumphkreuz. Monumentales ®Kruzifix, das unter dem ®Triumphbogen oder über der ®Chorschranke ma. Kirchen angebracht war. Es kam im 11. Jh. auf, stellte ursprünglich den Gekreuzigten nicht als Leidensmann sondern als Triumphator über Tod und Schmerz und bei vollem Bewusstsein dar. Vom 13. Jh. an wurde der Ausdruck des Trumphkreuzes naturalistischer, wurde der in Qualen Gestorbene dargestellt. Seit dem HMA. wurden dem Triumphkreuz, besonders im sächs. Raum, häufig Assistenzfiguren (Maria, Johannes, Eva, Adam, Engel) beigefügt. Beispiele: St. Severus, Boppard; Dom, Osnabrück; Dom, Halberstadt; St. Nikolai, Wismar; St. Marien, Stendal. Spätmittelalterliche Triumphkreuze waren häufig als Baum des ewigen Lebens umgedeutet – aus dem Fluchholz war das mit grünendem Laub besetzte Holz des Lebensbaumes geworden. Beispiele: Dom, Schwerin (ursprünglich für die Wismarer Marienkirche geschaffen); Dom, Güstrow.